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Sprengölhaltige
Abwässer – ein
neuartiges Verfahrenskonzept zur Aufbereitung und Wertstoffrückgewinnung
Bei der Produktion von Sprengölen,
wie z.B. Ethylenglykoldinitrat für die Herstellung von gewerblichen
Sprengstoffen fallen in verschiedenen Abschnitten des Produktionsprozesses
Abwässer an, die bis an die Löslichkeitsgrenze mit den Explosivstoffen
belastet sind. In der Hauptsache sind es Wasch- und Transportprozesse, die
einen direkten Kontakt von Wasser mit den Endprodukten oder Zwischenprodukten
unumgänglich machen. Seit etwa einem Jahr wird in der
Sprengstoffwerk Gnaschwitz GmbH ein Aufbereitungsverfahren sehr erfolgreich
betrieben, bei dem neben der Reinigung des Abwassers vor allem der Aspekt der
Rückgewinnung von Wertstoffen im Vordergrund steht. Das entsprechende
Verfahrenskonzept basiert auf einer destillativen Stofftrennung in welche
eine chemisch-reaktive Stoffumsetzung integriert wurde. Dabei versteht es
sich von selbst, dass die Destillation zur Minimierung des Energieverbrauchs
unter Vakuum und Wärmerückführung abläuft.
Ausgangspunkt für die
Bearbeitung des Vorhabens war ein Abwasserteilstrom, welcher bei der Wäsche
von Ethylenglykoldinitrat mit einem Volumenstrom von ca. 1 bis 2 m³/d
anfällt. Dieses Wasser enthält als organische Belastung vor allem das
Dinitroglykol in einer Konzentration von ca. 5 g/l. Daneben sind in weit
geringerem Umfang noch die Reaktionsnebenprodukte der Sprengölsynthese
enthalten. Anorganisch ist dieses Abwasser mit Nitrat in einer Konzentration
bis 40 g/l belastet. Außer einem geringen Anteil an Soda im Bereich von
1 bis 2 g/l sind keine weiteren anorganischen Bestandteile zu nennen. Das Ziel der Aufbereitung der
anfallenden Waschwässer bestand darin, zum einen die Belastung öffentlicher
Gewässer durch die organischen und anorganischen Problemstoffe so weit wie
möglich zu reduzieren und zum anderen Wertstoffe in den Produktionsprozess
verlustarm zurückzuführen. Im Hinblick auf die komplexe
Zusammensetzung des zu behandelnden Abwassers und auf den geringen Stoffstrom
wurde eine Destillation im Batch-Betrieb als Basisverfahren ausgewählt,
welche mit einer nassoxidativen Stoffumsetzung verbunden wurde. Der vorgegebene Algorithmus des
zeitlichen Ablaufs der Aufeinanderfolge der einzelnen Verfahrensschritte wird
durch eine Rechnersteuerung vollautomatisch gesteuert und überwacht. Im wesentlichen entstehen
während der Abwasserbehandlung nach dem beschriebenen Verfahren drei
Produktströme, die alle in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden
können: Ethylenglykoldinitrat Das zurückgewonnene Sprengöl
kann ohne weitere Behandlung nach der Separation direkt in den
Fertigungsprozess gelatinöser Sprengstoffe eingeführt werden. Ist ein
längerer Transport in einem Rohrsystem erforderlich, so kann es sich u.U. als
vorteilhaft erweisen, dass keine Phasentrennung durchgeführt wird und das
Sprengöl als Emulsion abgeleitet wird. Wasser Das als relativ reines Wasser
vorliegende Hauptprodukt steht ebenfalls für eine Reihe von möglichen
Anwendungen zur Verfügung. Hier kommen die Dampferzeugung und die Befüllung
der Batterien der im Werk in großem Umfang vorhandenen Elektrofahrzeuge in
Betracht. Natriumnitratlösung Eine Wiederverwendung des
Sumpfproduktes, welches eine bis nahe an die Löslichkeitsgrenze mit
Natriumnitrat beaufschlagte Lösung darstellt, ist ebenfalls möglich.
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